Angebote
Der Verein bietet Interessierten und Betroffenen eine Palette von Angeboten. Neben den Angeboten und Dienstleistungen der Alzheimergesellschaft finden Sie auch Angebote, die die Alzheimergesellschaft in Kooperation mit anderen Trägern und Institutionen anbietet. Dazu gehören:
- Gesprächskreise
- Informationsveranstaltungen
- Beratung und Seelsorge
- Gottesdienste und Andachten
- Materialien zum Thema Demenz
Bericht vom letzten Gottesdienst in der Juli Ausgabe des Evangelischen Magazins Chrismon:
Mein Kirchgang Freitag, 15 Uhr, Lutherhaus, Kamp-Lintfort
„Was für ein schöner Gottesdienstort“, denke ich, als ich den hellen Raum mit dem farbigen Glas-Kreuz an der Altarwand betrete. Die Sitzreihen sind gut gefüllt. Nicht nur viele ältere Menschen besuchen den Gottesdienst für Demenzkranke und ihre Angehörigen im Lutherhaus in Kamp- Lintfort, auch jüngere Frauen und Männer, selbst Kinder sind mit dabei. Ich gehe häufig in die Kirche. Doch zum ersten Mal weiß ich nicht, was mich bei einem Gottesdienst erwartet. Wird der Ablauf sehr viel anders sein, wenn er nach den Bedürfnissen von Demenzkranken ausgerichtet ist? Nein, stelle ich in der ersten halben Stunde fest. Vieles verläuft nach der gewohnten Liturgie, nur die gesprochenen Sätze sind einfacher. Das Blatt mit dem Gottesdienstablauf ist extra groß, auf Din A4 gedruckt.
Reinhard Harfst, Pastor im Sonderdienst und Vorsitzender der Alzheimergesellschaft im Kirchenkreis Moers, spricht über den Frühling und was dazugehört: den Frühjahrsputz. Eine Frau mit Kittel, Eimer und Schrubber veranschaulicht seine Worte. Dann zitiert der Pfarrer Eduard Mörikes „Frühling zieht sein blaues Band“ und fordert die Gemeinde auf mitzusprechen. Erstaunlich, es klingt fast so stimmgewaltig wie beim Glaubensbekenntnis.Mit Passagen aus den biblischen Büchern Hiob und Hohelied schließt Harfst auch schon wieder die Andacht. Das war mit Blick auf die Zielgruppe des Gottesdienstes sicher angemessen, ging mir aber etwas zu schnell. Ich nehme mir vor, über den Satz „Im Frühling sollten wir nicht nur die Wohnung, sondern auch die Seele saubermachen“ später noch einmal nachzudenken.
Insgesamt verläuft der Gottesdienst sehr ruhig. Nur eine ältere Frau ruft ein paar Mal in den Saal, dass ihr kalt sei. So lange, bis ihr eine andere Frau ihre Jacke gibt. Eine schöne Geste. Gottesdienste sollten immer so herzlich sein. Trotz der angenehmen Atmosphäre verfolge ich ein bisschen wehmütig den Gottesdienst – frage ich mich doch, wie viel die Demenzkranken davon behalten werden. Im Nachhinein denke ich aber, dass es darauf gar nicht ankommt. Es war für sie einfach wichtig, unbeschwert Gottesdienst zu feiern.
(Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion)